Genres

Ich suche manchmal nach Genres, die es gar nicht gibt.

Ich lese gern über Charaktere, die es nicht leicht haben im Leben. Die vom Start weg ihr Päckchen zu tragen haben. Ich finde es einfach spannend und inspirierend, zu erfahren, wie sie ihrer Misere entkommen. Wie sie wachsen an den Situationen, die ihnen das Leben entgegenwirft. Oder auch nicht.

Ich mag gern so einen Happen Liebe. Nach ein bisschen Romantik sehne ich mich in den Büchern schon.

Und etwa Fantasy darf natürlich auch dabei sein – und zwar Fantasie im wörtlichen Sinn. Es muss nicht utopisch werden. Ich brauche nicht unbedingt Vampire, Werwölfe, Trolle etc. Sondern einen Hauch von etwas, was nicht greifbar ist auf den ersten Blick. Etwas, was eine Spur Mystik auf die Story wirft, so, dass ich mich frage: „Was steckt da dahinter?“ So, dass sich mir die ganz feinen Härchen im Nacken aufstellen und ich ahne, dass die Geschichte nicht so ausgehen wird, wie ich es mir denke. Ich brauche so einen Funken Magie in meinen Storys.

Ich habe schon viele Romane verschlungen. Einige davon fand ich ganz nett. Sie sind mir aber nicht großartig im Gedächtnis geblieben, denn etwas hat gefehlt. Etwas, was ich nicht benennen kann. Andere haben mich mitgerissen und mich über ihre Geschichte nachdenken lassen.

Einen Roman von dieser Sorte habe ich neu entdeckt. Ich durfte „Gelebte Zeit“ von Bettina Belitz vorablesen. Kategorisieren würde ich ihn als Liebes-Entwicklungs-Roman, wenn ich ihn den kategorisieren müsste. Denn eigentlich macht er genau das, was ich eingangs erwähnt habe: Er ist ein Genre für sich. In „Gelebte Zeit“ begleiten die LeserInnen Elijah, Katinka und Levy über vier intensive Jahre, in denen die drei sich zu jungen Erwachsenen entwickeln und durch den Kontakt zueinander den Weg in ihre eigene Seele finden – eine Geschichte, die unter die Haut geht und zeigt, dass alles, was wir erleben, seinen tieferen Sinn hat und keine Begegnung rein zufällig ist.

Ich habe das Manuskript erst einmal gelesen. Und ich freue mich auf das zweite Mal und auf das dritte, wo ich auf neue Aspekte des Romans stoßen kann.

„Gelebte Zeit“ wird am 15. August 2019 erscheinen. Einige werden den Roman nicht mögen, andere werden ihn verschlingen, so wie ich. Ich bin mir aber sicher, dass die Story nachhallen wird bei den LeserInnen. Denn „Gelebte Zeit“ ist keine Geschichte, die, ohne über sie nachzudenken, in der Schublade verschimmeln wird.

Ich empfehle „Gelebte Zeit“ uneingeschränkt weiter an jeden, der Entwicklungsromane mit einer Prise Fantasie lesen möchte. Eine ausführliche Rezension von mir folgt.