Risiko

Only those who will risk going too far can possibly find out how far one can go.

T. S. Eliot

Wo wären wir, hätte ich dich nicht angerufen? Wärst du immer noch meine Freundin?

Wäre alles gut, wenn ich vor zwei Jahren nicht diese eine Sache gesagt hätte, die vielleicht zu Unstimmigkeiten geführt hat, welche zu 0,1% Wahrscheinlichkeit die Ursache dieses Problems von vor drei Wochen war?

Ihr könnt mir nicht folgen. Ich mir vielleicht auch nicht.

Viele Menschen bereuen auf dem Sterbebett Dinge, die sie verabsäumt haben. Mehr Zeit mit der Familie. Ein Jobwechsel. Ein Hobby vernachlässigt zu haben. Sie weinen, weil sie diese eine Chance nicht ergriffen haben. Weil sie kein Risiko eingegangen sind. Doch was ist mit den Dingen, die sie getan haben und die schiefgegangen sind?

Ich erwische mich selbst mehr und mehr dabei, dass mir Dinge leidtun, die ich getan habe. Ein Satz vielleicht, den der andere falsch aufgefasst hat, den ich mir aber hätte sparen können. Eine Handlung, die ich lieber hätte genauer durchdenken sollen.

Aber was bedeutet das dann für mich? Abwarten? Schweigen statt sprechen?

Was ist mit euch? Bereut ihr eher Dinge, die ihr getan oder nicht getan habt?