Happy End – Liebe oder Horrorstory?

There are no happy endings. Endings are the saddest part. So just give me a happy middle and a very happy start.

Shel Silverstein

Happy Ends sind gähnend langweilig.

Alles aufgelöst, alles miteinander befreundet, alles ineinander verliebt, alles fröhlich und lustig. Was ist das? Eine Horrorgeschichte in meinen Augen.

In den meisten Büchern, die ich lese, wird gezweifelt, verzweifelt, enttäuscht, entliebt. Ein Happy End (ein Alles-ist-gut-und-geklärt-und-wird-nie-wieder-schlecht-Werden) ist schlicht und einfach inkompatibel mit einer solchen Story.

Mag ich also Sad Ends? Ein klares Nein. Ich mag es gern etwas wehmütig am Ende eines Romans. Ich mag etwas gelernt haben von den Figuren; dass Handlungen Konsequenzen haben und nicht alle davon restlos aufgeklärt und ausgeräumt werden können. Ich habe erst vor Kurzem einen Roman gelesen, der mich berührt hat. Aber das Ende hat mich abgestoßen. Eine der Hauptfiguren stirbt. Ich habe nichts gegen das Sterben in Romanen. Überhaupt nicht! Doch die Story endet mit dem Tod. Und was blieb zurück: Leere. Im Roman und bei mir im Gefühl.

Ich mag ein Ende, das einen Lichtblick bietet. Eine Chance. Die Aussicht für die Figuren, dass sich alles zum Besseren wenden kann. Ich stelle mir das wie einen Regenbogen vor, an dem die Figuren sich entlanghangeln, um am Ende vielleicht den Schatz zu finden. Wenn ich dieses Gefühl bekomme, dass die Figuren aus ihren Handlungen gelernt haben und ein Happy End in Zukunft möglich ist – in Aussicht ist –, dann ist für mich ein Roman rund.

Was denkt ihr darüber? Happy End – ja oder nein?